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Es werden Posts vom November, 2025 angezeigt.

23.11.2025: Die Schildkröte und das Lied des Waldes

Im tiefen, grünen Herzen des Waldes lebte eine alte Schildkröte namens Theda. Theda war langsam, gemächlich und sehr, sehr weise. Die Tiere des Waldes kamen oft zu ihr, wenn sie Sorgen hatten, denn Theda konnte gut zuhören – und manchmal sagte sie nur einen einzigen Satz, der alles veränderte. Eines Morgens kam ein junger Hirsch zu ihr. Er wirkte traurig. „Theda“, sagte er, „alle Tiere haben etwas Besonderes. Die Amsel singt wunderschön, der Fuchs ist schlau, das Eichhörnchen ist flink. Aber ich… ich weiß nicht, was ich kann.“ Theda blinzelte langsam. „Hast du schon einmal dem Wald gelauscht, wenn du ganz still bist?“ Der Hirsch schüttelte den Kopf. „Dann komm heute Abend wieder. Wenn der Tag sich verabschiedet und die Nacht sich anschleicht.“ Und so tat der junge Hirsch, was die alte Schildkröte sagte. Er kam im Zwielicht, als das letzte Licht durch die Bäume fiel. Theda saß schon da, reglos wie ein Stein. Neben ihr war ein Platz frei. Sie sagte kein Wort. Der Hirsch setzte sich. Und ...

16.11.2025: Der Igel und der Stern

Tief im Wald, wo die Wege von Wurzeln durchzogen und die Nächte besonders still sind, lebte ein kleiner Igel namens Irmo. Irmo war zufrieden mit seinem Leben – er hatte ein gemütliches Nest aus Laub, genug zu futtern und gute Freunde. Doch eines Abends, als er aus seinem Bau kam, fiel ihm etwas auf. Am Himmel funkelte ein einzelner Stern heller als alle anderen. „So ein Licht“, flüsterte Irmo. „So klar, so schön. Ich wünschte, ich könnte auch so leuchten.“ Am nächsten Tag sprach Irmo mit der Eule. „Was muss man tun, um wie ein Stern zu strahlen?“ Die Eule schloss die Augen. „Ein Stern leuchtet nicht, weil er groß sein will, sondern weil er einfach er selbst ist.“ Irmo verstand das nicht ganz. Also fragte er weiter – den Dachs, die Maus, das Reh. Jeder sagte etwas anderes. „Hilf anderen.“ – „Habe Mut.“ – „Sei freundlich.“ Doch keiner sprach von Glanz oder Licht. In der folgenden Nacht machte Irmo etwas Besonderes: Er half der alten Schildkröte, die sich im Unterholz verirrt hatte, er te...

9.11.2025: Die Maus, die den Mond besuchen wollte

In einem kleinen Garten, unter einer alten Eiche, lebte eine Maus namens Mina. Mina war keine gewöhnliche Maus, denn während ihre Freunde gerne Käse sammelten oder im Gras Verstecken spielten, saß Mina oft still da und schaute zum Himmel. Am liebsten betrachtete sie den Mond. „Irgendwann“, flüsterte sie jeden Abend, „besuche ich dich.“ Die anderen Mäuse kicherten. „Der Mond ist viel zu weit weg“, sagten sie. „Und selbst wenn du hinkommst – was willst du da oben?“ Doch Mina ließ sich nicht entmutigen. Nacht für Nacht schmiedete sie Pläne. Sie baute eine kleine Leiter aus Streichhölzern, dann ein Segel aus Blättern, schließlich sogar einen Heißluftballon aus einer Walnussschale und einem Stück Taschentuch. Nichts funktionierte. Eines Abends, als sie besonders traurig war, setzte sich eine alte Schildkröte neben sie. „Du willst den Mond besuchen?“ fragte sie mit leiser Stimme. Mina nickte. „Aber ich bin zu klein. Alles, was ich baue, fällt um oder fliegt nicht.“ Die Schildkröte lächelte. ...

2.11.2025: Der Spatz, der das Fliegen vergaß

Auf einem alten Bauernhof, hoch oben auf dem Balken einer Scheune, lebte ein junger Spatz namens Samuel. Samuel war wie alle anderen Spatzen: klein, neugierig und ein bisschen frech. Doch eines Morgens, nachdem ein Sturm die Nacht aufgewühlt hatte, passierte etwas Merkwürdiges. Samuel wachte auf und fühlte sich schwer. Nicht körperlich, sondern im Herzen. Als er losflattern wollte, zögerten seine Flügel. „Was ist, wenn ich falle?“ dachte er. „Was, wenn ich es verlernt habe?“ Die anderen Spatzen flogen fröhlich los, flatterten durch die Morgensonne, zwitscherten und jagten sich im Wind. Nur Samuel blieb sitzen. Eine alte Katze namens Mathilda, die unten in der Sonne döste, bemerkte ihn. „Warum fliegst du nicht, kleiner Spatz?“ fragte sie schläfrig. „Ich glaube, ich habe das Fliegen verlernt“, piepste Samuel. Mathilda blinzelte. „So etwas vergisst man nicht. Man kann es höchstens für einen Moment nicht fühlen.“ Samuel dachte nach. „Aber was, wenn ich falle?“ „Dann fliegst du beim nächste...