21.6.2026: Der kleine Hirsch und der taufeuchte Morgen
Am Rand eines stillen Waldes lebte ein kleiner Hirsch namens Luan. Luan war noch jung und bewegte sich vorsichtig zwischen Farnen und Bäumen hindurch. Er mochte die frühen Stunden, wenn der Wald noch schlief und die Luft kühl war. In dieser Nacht blieb Luan länger wach als sonst. Der Mond stand tief, und ein feiner Nebel zog zwischen den Stämmen umher. Als der Himmel langsam heller wurde, legte sich Tau auf die Blätter und das Gras begann zu glänzen. Luan trat aus dem Schutz der Bäume auf eine kleine Lichtung. Seine Hufe berührten das feuchte Gras, und jeder Schritt hinterließ eine dunklere Spur. Er blieb stehen und lauschte. Kein Vogel sang, kein Wind wehte. Nur sein Atem war zu hören. Ein Schmetterling saß reglos auf einer Blume, die noch geschlossen war. Luan ging ein Stück weiter, bis er den Bach erreichte. Das Wasser floss ruhig, und auf der Oberfläche lagen kleine Kreise aus Licht. Luan trank einen Schluck und sah sein Spiegelbild im Wasser. Der Nebel hob sich langsam, und zwisch...