16.11.2025: Der Igel und der Stern

Tief im Wald, wo die Wege von Wurzeln durchzogen und die Nächte besonders still sind, lebte ein kleiner Igel namens Irmo. Irmo war zufrieden mit seinem Leben – er hatte ein gemütliches Nest aus Laub, genug zu futtern und gute Freunde.

Doch eines Abends, als er aus seinem Bau kam, fiel ihm etwas auf. Am Himmel funkelte ein einzelner Stern heller als alle anderen.

„So ein Licht“, flüsterte Irmo. „So klar, so schön. Ich wünschte, ich könnte auch so leuchten.“

Am nächsten Tag sprach Irmo mit der Eule. „Was muss man tun, um wie ein Stern zu strahlen?“

Die Eule schloss die Augen. „Ein Stern leuchtet nicht, weil er groß sein will, sondern weil er einfach er selbst ist.“

Irmo verstand das nicht ganz. Also fragte er weiter – den Dachs, die Maus, das Reh. Jeder sagte etwas anderes. „Hilf anderen.“ – „Habe Mut.“ – „Sei freundlich.“ Doch keiner sprach von Glanz oder Licht.

In der folgenden Nacht machte Irmo etwas Besonderes: Er half der alten Schildkröte, die sich im Unterholz verirrt hatte, er teilte seine Beeren mit einem hungrigen Frosch und deckte das Nest der frierenden Maus mit frischem Laub zu.

Als er endlich müde in seinen Bau kroch und ein letztes Mal in den Himmel sah, funkelte der Stern noch heller. Doch diesmal war Irmo gar nicht neidisch.

Denn in ihm war es warm. Und er fühlte etwas, das heller war als jedes Licht am Himmel – ein kleines Leuchten im Herzen.

Gute Nacht.

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