30.11.2025: Der kleine Bär und das verlorene Brummen

Es war einmal ein kleiner Bär namens Benno, der in einer Höhle am Rand eines großen Waldes lebte. Benno war freundlich, tapsig – und bekannt für sein kräftiges, warmes Brummen. Jeden Morgen begrüßte er die Sonne mit einem Brumm, jeden Abend brummte er sich selbst in den Schlaf.

Eines Tages jedoch, als der Wind besonders wild durch die Bäume zog, wachte Benno auf – und sein Brummen war weg.

Er versuchte es leise: „Brrr...“
Er versuchte es laut: „BRRRR...“
Nichts.

Benno war erschrocken. „Was, wenn ich nie wieder brummen kann?“, murmelte er.

Also machte er sich auf den Weg, sein Brummen zu suchen. Er fragte die Eule im alten Baum:
„Hast du mein Brummen gesehen?“

Die Eule schüttelte den Kopf. „Manchmal versteckt sich, was zu uns gehört.“

Benno wanderte weiter und traf auf den Dachs, der gerade seine Höhle ausfegte.
„Hast du vielleicht mein Brummen gefunden?“

Der Dachs dachte nach. „Hast du heute schon gelächelt? Manchmal kommt das Brummen dann zurück.“

Benno seufzte. Es war kein Tag zum Lächeln.

Als die Sonne langsam unterging, setzte sich Benno traurig ans Ufer des Sees. Die Wasseroberfläche war glatt wie Glas. Er sah sich selbst darin – seine runden Ohren, die braunen Augen, das zerzauste Fell.

Da kam ein kleines Mäuschen vorbei.

„Warum bist du so still?“ fragte es leise.

„Ich habe mein Brummen verloren“, sagte Benno traurig.

Das Mäuschen überlegte kurz und holte dann eine winzige Blume aus seinem Rucksack.
„Für dich“, sagte es. „Vielleicht hilft sie dir, dich zu erinnern.“

Benno nahm die Blume, lächelte zögerlich – und plötzlich vibrierte etwas in seiner Brust.

„Brumm“, machte er. Ganz leise, aber deutlich.

Das Mäuschen klatschte. Benno lachte. Und beim Lachen brummte er – laut, rund und wohlig wie früher.

Gute Nacht.

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