14.6.2026: Der kleine Maulwurf und der leuchtende Kiesel

Unter einer Wiese, auf der tagsüber Kinder spielten und nachts Tau lag, lebte ein kleiner Maulwurf namens Oskar. Oskar kannte die Dunkelheit gut. Seine Gänge waren weich, die Erde vertraut, und jeder Stein lag dort, wo er ihn erwartete.

Eines Abends, als Oskar einen neuen Tunnel grub, stieß er auf etwas Hartes. Es war ein kleiner Kiesel, glatt und rund. Als Oskar ihn mit der Pfote berührte, schimmerte er schwach, fast wie ein fernes Licht.

Oskar hielt inne. Er schob den Kiesel vorsichtig frei und betrachtete ihn. In der Dunkelheit seines Tunnels wirkte das Schimmern besonders ruhig. Kein Flackern, kein Glanz – nur ein stilles Leuchten.

Oskar nahm den Kiesel mit und legte ihn in eine kleine Nische seines Baus. Dort blieb er liegen und leuchtete weiter, ganz gleichmäßig. Oskar setzte sich daneben und hörte, wie über ihm die Wiese leise klang: ein Schritt in der Ferne, das Rascheln eines Blattes, dann wieder Stille.

Später grub Oskar noch ein Stück weiter, kam aber immer wieder zurück, um nach dem Kiesel zu sehen. Er lag unverändert da, ruhig wie zuvor.

Als Oskar müde wurde, rollte er sich in seinem Nest zusammen. Der Kiesel leuchtete noch immer schwach. Die Erde um ihn herum war warm und still.

Oskar schloss die Augen. Über ihm lag die Wiese. Unter ihm der Tunnel. Und in der Nische blieb der Kiesel liegen, während die Nacht weiterzog.

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