Posts

Es werden Posts vom Dezember, 2025 angezeigt.

28.12.2025: Der kleine Dachs und das verlorene Licht

In einem weiten Wald, wo die Bäume so alt waren, dass sie sich Geschichten zuflüsterten, lebte ein kleiner Dachs namens Dorian. Dorian war freundlich, neugierig – und hatte große Angst vor der Dunkelheit. Jeden Abend, wenn die Sonne unterging und die Schatten länger wurden, verkroch sich Dorian tief in seinen Bau. Er zog die Decke über den Kopf und wartete, bis der Morgen kam. Eines Tages fand er am Waldrand etwas Seltsames: eine kleine Laterne aus Holz, mit einem zerbrochenen Griff, aber einem warmen, leuchtenden Schein darin. „Du kannst mich mitnehmen“, flüsterte das Licht. „Aber ich kann nur leuchten, wenn du anderen hilfst.“ Dorian war verwirrt, aber auch ein bisschen mutiger als sonst. Also nahm er die Laterne und wanderte in der Dämmerung durch den Wald. Schon bald hörte er eine Maus weinen, die sich verlaufen hatte. Dorian brachte sie sicher nach Hause – und die Laterne leuchtete heller. Später half er einem Igel, der in einem Brombeerbusch feststeckte. Wieder wurde das Licht ei...

21.12.2025: Die Schildkröte und der Stern

Es war einmal eine kleine Schildkröte namens Selma, die in einem stillen Garten am Rand des Waldes lebte. Selma war langsam, sehr langsam. Die Vögel neckten sie manchmal, weil sie so trödelte, und die Hasen kicherten, wenn sie wieder einmal mitten auf dem Weg einschlief. Doch Selma störte das nicht besonders. Sie hatte einen Traum: Sie wollte eines Tages zu einem ganz bestimmten Stern reisen. „Aber Schildkröten fliegen doch nicht!“, rief der Spatz. „Und Sterne sind viel zu weit weg!“, meckerte das Eichhörnchen. Selma aber lächelte nur. Jeden Abend, wenn es dunkel wurde, kletterte sie auf ihren Lieblingsstein und schaute hinauf zum Himmel, wo ein kleiner, funkelnder Stern besonders hell leuchtete – ihr Stern, wie sie ihn nannte. „Ich komme zu dir, irgendwann“, flüsterte sie. Die Jahre vergingen. Selma wurde älter, aber sie vergaß ihren Traum nie. Sie wanderte durch den Garten, durch Wiesen, durch Felder. Sie lernte neue Tiere kennen, half den Ameisen, wenn der Regen kam, gab Schatten, w...

14.12.2025: Der kleine Fuchs, der den Wind suchte

Tief im Wald, wo die Bäume flüstern und die Schatten freundlich sind, lebte ein kleiner Fuchs namens Finnegan. Er war jung, neugierig und schneller als jeder seiner Geschwister. Doch es gab etwas, das Finnegan nicht fangen konnte: den Wind. „Warum willst du den Wind fangen?“ fragte die weise alte Eule, als Finnegan wieder einmal durch das Geäst raste. „Weil er überall ist und doch nirgends! Ich will wissen, wohin er geht und woher er kommt“, rief Finnegan atemlos. Die Eule nickte langsam. „Dann musst du lernen, nicht nur mit den Pfoten zu suchen, sondern auch mit dem Herzen.“ Finnegan verstand das nicht ganz, aber er beschloss weiterzusuchen. Er rannte über Lichtungen, sprang über Bäche, kletterte auf Hügel. Überall spürte er den Wind – auf seinem Fell, in seinen Ohren, sogar tief in seinem Bauch, wenn er schnell genug lief. Doch sehen konnte er ihn nie. Festhalten schon gar nicht. Eines Abends, als der Himmel sich rosa färbte und die Vögel stiller wurden, setzte sich Finnegan auf eine...

7.12.2025: Die kleine Wolke und der große Regen

Hoch oben am Himmel, wo die Sonne golden scheint und der Wind Geschichten flüstert, schwebte eine kleine Wolke namens Willa. Sie war weich, weiß und sehr neugierig. Jeden Tag beobachtete sie die Welt unter sich – die Felder, die Wälder, die Flüsse. Doch eines Tages hörte Willa etwas, das sie traurig machte. „Oh nein, Regen!“, riefen die Menschen. „Jetzt wird alles nass und grau!“ Willa erschrak. Denn sie wusste: In ihr wuchs langsam ein Regen. Nicht weil sie traurig war, sondern weil das einfach so ist bei jungen Wolken. „Was, wenn mich niemand mehr mag, wenn ich regne?“, fragte sie den Wind. Der Wind lachte sanft. „Oh Willa. Du verstehst noch nicht, wie wichtig Regen ist.“ Willa flog weiter. Unter ihr sah sie eine Wiese, die ganz trocken war. Die Blumen ließen ihre Köpfe hängen, das Gras war blass. „Könnt ihr mich nicht ein bisschen gießen?“, murmelte eine kleine Blume. Willa zögerte. Sollte sie? Oder würde man sie dann für eine traurige, störende Wolke halten? Dann erinnerte sie sich...