7.12.2025: Die kleine Wolke und der große Regen
Hoch oben am Himmel, wo die Sonne golden scheint und der Wind Geschichten flüstert, schwebte eine kleine Wolke namens Willa. Sie war weich, weiß und sehr neugierig. Jeden Tag beobachtete sie die Welt unter sich – die Felder, die Wälder, die Flüsse.
Doch eines Tages hörte Willa etwas, das sie traurig machte.
„Oh nein, Regen!“, riefen die Menschen.
„Jetzt wird alles nass und grau!“
Willa erschrak. Denn sie wusste: In ihr wuchs langsam ein Regen. Nicht weil sie traurig war, sondern weil das einfach so ist bei jungen Wolken.
„Was, wenn mich niemand mehr mag, wenn ich regne?“, fragte sie den Wind.
Der Wind lachte sanft. „Oh Willa. Du verstehst noch nicht, wie wichtig Regen ist.“
Willa flog weiter. Unter ihr sah sie eine Wiese, die ganz trocken war. Die Blumen ließen ihre Köpfe hängen, das Gras war blass.
„Könnt ihr mich nicht ein bisschen gießen?“, murmelte eine kleine Blume.
Willa zögerte. Sollte sie? Oder würde man sie dann für eine traurige, störende Wolke halten?
Dann erinnerte sie sich an etwas, das die alte Gewitterwolke mal gesagt hatte:
„Du musst nicht gefallen, du musst gebraucht werden.“
Also atmete Willa tief ein – und ließ den Regen los. Sanft. Tropfen für Tropfen.
Die Wiese trank gierig. Die Blumen richteten sich auf. Die Vögel badeten in Pfützen.
Und eine kleine Stimme flüsterte: „Danke, liebe Wolke.“
Willa wurde ganz warm. Sie war nicht traurig – sie war stolz. Denn sie hatte etwas Gutes getan.
Und als die Sonne nach dem Regen durch sie hindurchschien, zauberte sie einen Regenbogen an den Himmel.
Gute Nacht.
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