8.3.2026: Der Maulwurf und der leise Morgen

Unter einer grünen Wiese lebte ein kleiner Maulwurf namens Moritz. Moritz liebte die Erde, die Dunkelheit und die Stille. Er kannte jeden Tunnel, jede Wurzel und jeden Stein in seinem unterirdischen Zuhause. Nur eines mochte er nicht: den Morgen.

Wenn oben die Vögel laut wurden und die Sonne den Boden erwärmte, zog Moritz sich tiefer in seinen Bau zurück. „Zu hell, zu laut“, murmelte er dann und rollte sich zusammen.

Eines Nachts jedoch hatte Moritz einen ungewöhnlichen Traum. Er träumte von einem leisen Morgen. Nicht grell, nicht hektisch – sondern weich und ruhig. Als er aufwachte, war es noch dunkel. Doch etwas in ihm sagte: Heute ist es anders.

Vorsichtig grub Moritz einen kleinen Hügel nach oben. Nur ein winziges Loch, gerade groß genug, um hindurchzuschauen. Der Himmel war hellgrau, und über der Wiese lag Tau. Kein Vogel sang. Kein Wind wehte.

Moritz lauschte.

Da hörte er Dinge, die er noch nie bemerkt hatte: das leise Atmen der Erde, das sanfte Öffnen einer Blüte, das entfernte Summen eines Insekts, das gerade erwachte.

„Der Morgen ist gar nicht laut“, flüsterte Moritz. „Er ist nur neu.“

Er blieb noch einen Moment und schaute, wie die Sonne langsam kam, ohne zu drängen. Dann schob er die Erde wieder über das Loch und kehrte in seinen Bau zurück.

An diesem Tag schlief Moritz besonders ruhig. Denn er wusste nun: Auch Dinge, die man meidet, können sanft sein, wenn man ihnen Zeit gibt.

Gute Nacht.

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