1.3.2026: Der kleine Waschbär und der funkelnde Bach
Der kleine Waschbär und der funkelnde Bach
Am Rand eines Waldes lebte ein kleiner Waschbär namens Miro. Miro liebte das Glitzern. Wenn die Sonne auf Tautropfen fiel oder der Mond sich im Wasser spiegelte, konnte er stundenlang schauen. Doch es gab etwas, das ihn besonders beschäftigte: Ein Bach, der nachts funkelte wie tausend kleine Sterne.
„Warum leuchtest du so?“, fragte Miro den Bach jeden Abend.
Der Bach antwortete nur mit leisem Plätschern.
Miro beschloss, dem Geheimnis näherzukommen. Er folgte dem Bach flussaufwärts, über glatte Steine und unter moosige Wurzeln hindurch. Je weiter er ging, desto stiller wurde es. Das Funkeln blieb, aber es wurde sanfter.
Müde setzte sich Miro ans Ufer. Da tauchte eine alte Kröte auf.
„Suchst du das Licht?“ fragte sie.
Miro nickte. „Ich will wissen, woher es kommt.“
Die Kröte lächelte. „Schau nicht ins Wasser. Schau auf dich.“
Miro blickte hinab und sah sein Spiegelbild im Bach. In seinen Augen glitzerte das gleiche Licht wie im Wasser. Es war der Mond, der Himmel, die Sterne – und seine Aufmerksamkeit, die alles zum Leuchten brachte.
„Das Funkeln ist da, weil du hinsiehst“, sagte die Kröte leise. „Wer mit Staunen schaut, findet überall Licht.“
Miro blieb noch einen Moment sitzen, hörte dem Bach zu und atmete ruhig. Dann machte er sich auf den Heimweg. Das Funkeln begleitete ihn, Schritt für Schritt, bis in sein Nest.
In dieser Nacht schlief Miro tief und zufrieden. Und der Bach funkelte weiter – für alle, die still genug waren, es zu sehen.
Gute Nacht.
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