28.6.2026: Der kleine Fisch und die schwebende Feder
In einem breiten Fluss, dessen Wasser tagsüber schnell und klar floss, lebte ein kleiner Fisch namens Elio. Elio kannte die Strömung gut. Er wusste, wo das Wasser ruhig war und wo es schneller zog. Am Abend jedoch wurde der Fluss langsamer, als würde er sich ausruhen.
An diesem Abend trieb etwas Ungewöhnliches auf der Oberfläche. Eine kleine Feder schwebte auf dem Wasser. Sie war weiß, leicht gebogen und bewegte sich kaum.
Elio schwamm näher heran und beobachtete sie von unten. Die Feder drehte sich langsam, mal ein wenig nach links, mal nach rechts. Manchmal blieb sie stehen, manchmal glitt sie ein kleines Stück weiter.
Elio folgte ihr eine Weile. Unter der Feder zog der Fluss ruhig vorbei. Lichtreste des Tages spiegelten sich auf der Oberfläche, und die Farben wurden dunkler.
Ein größerer Fisch schwamm vorbei, sah die Feder kurz an und verschwand wieder im Wasser. Elio blieb. Er mochte das langsame Treiben.
Die Feder kam an einem Stein zum Stillstand. Elio schwamm darunter, hielt Abstand und schaute nach oben. Das Wasser war glatt geworden, und der Himmel zeigte sich nur noch als dunkle Fläche mit einem hellen Punkt.
Nach einer Weile löste sich die Feder wieder und trieb weiter. Elio folgte ihr nicht mehr. Er drehte um und schwamm zurück zu seinem Platz zwischen den Wasserpflanzen.
Dort legte er sich ruhig ins Wasser. Der Fluss floss weiter. Die Feder trieb davon. Und die Nacht senkte sich langsam über alles.
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