24.5.2026: Die kleine Katze und das wandernde Licht

In einem alten Hof, zwischen Scheune und Garten, lebte eine kleine Katze namens Maja. Tagsüber schlief sie gern auf der warmen Fensterbank, doch am Abend wurde sie wach und aufmerksam. Dann schlich sie durch den Hof und beobachtete alles ganz genau.

Eines Abends fiel Maja etwas auf. An der Mauer gegenüber erschien ein weicher Lichtfleck. Er war rund, hell und bewegte sich langsam, als würde er den Hof erkunden.

Maja setzte sich hin und sah zu. Der Lichtfleck wanderte ein Stück nach links, dann nach rechts, dann verschwand er kurz hinter einem Eimer, nur um wenig später wieder aufzutauchen.

Neugierig folgte Maja ihm. Sie schlich über den Kies, sprang auf eine Holzkiste und wartete. Das Licht glitt weiter über die Wand, stieg ein wenig höher und wurde schmaler.

Maja streckte vorsichtig eine Pfote aus. Das Licht ließ sich nicht fangen. Es blieb hell, aber es wich aus, ganz ruhig, ohne Eile.

Da bemerkte Maja, dass der Mond zwischen den Wolken stand und sein Licht durch ein Fenster in den Hof fiel. Mit jeder Bewegung der Wolken wanderte auch der Lichtfleck weiter.

Maja setzte sich auf die Schwelle und beobachtete den Himmel. Die Wolken zogen langsam vorbei. Das Licht kam und ging. Der Hof wurde stiller.

Schließlich rollte sich Maja auf der Fensterbank zusammen. Das Licht war verschwunden, der Mond stand nun frei am Himmel.

Maja schloss die Augen. Der Hof schlief. Und die Nacht blieb.

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