17.5.2026: Der kleine Fuchs und die leise Brücke
Am Rand eines Waldes, dort wo ein schmaler Bach zwischen Steinen hindurchfloss, lebte ein kleiner Fuchs namens Arlo. Arlo kannte den Wald gut, doch den Bach überquerte er nur selten. Nicht weil er Angst hatte, sondern weil er es nie eilig fand, auf die andere Seite zu kommen.
Eines Abends, als der Himmel langsam dunkler wurde, entdeckte Arlo etwas Neues. Über den Bach spannte sich eine schmale Holzbrücke. Sie war nicht groß und nicht besonders alt, aber sie lag still da, als hätte sie schon lange gewartet.
Arlo setzte eine Pfote auf das Holz. Es knarrte leise. Er blieb stehen und lauschte. Der Bach plätscherte weiter, irgendwo raschelte ein Blatt, und über den Bäumen erschien der erste Stern.
Langsam ging Arlo weiter. Die Brücke bewegte sich kaum. Unter ihm glitt das Wasser vorbei, ruhig und gleichmäßig. In der Mitte blieb er stehen und schaute hinunter. Der Mond spiegelte sich zwischen den Steinen.
Auf der anderen Seite angekommen, setzte sich Arlo ins Gras. Der Wald sah von hier genauso aus wie zuvor, und doch fühlte sich alles ein wenig anders an. Er blieb einen Moment sitzen, dann drehte er um und ging denselben Weg zurück.
Als Arlo wieder auf seiner Seite war, legte er sich unter einen Busch. Die Brücke lag still über dem Bach. Der Wald wurde leiser, und der Himmel dunkler.
Arlo schloss die Augen. Der Bach floss weiter. Die Nacht breitete sich aus.
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