10.5.2026: Der kleine Hase und der schlafende Garten

Hinter einem alten Zaun lag ein Garten, der am Tag voller Stimmen war. Bienen summten, Vögel stritten sich um Beeren, und die Blumen wiegten sich im Wind. Dort lebte ein kleiner Hase namens Jaro. Jaro kannte den Garten gut, doch nachts sah er ihn nur selten.

An diesem Abend blieb Jaro länger wach. Der Himmel färbte sich dunkelblau, und die Geräusche wurden weniger. Nach und nach schlossen sich die Blüten, die Vögel verstummten, und der Garten schien langsamer zu atmen.

Jaro hoppelte zwischen den Beeten hindurch. Die Erde fühlte sich kühl an. Ein Tropfen fiel von einem Blatt und machte ein leises Geräusch. Irgendwo knackte ein Zweig, dann war es wieder still.

Am Teich blieb Jaro stehen. Das Wasser lag glatt da, und der Mond spiegelte sich darin. Eine Libelle zog noch einen letzten Kreis und verschwand im Schilf. Jaro setzte sich und schaute zu, wie ein leichter Nebel vom Boden aufstieg.

Er ging weiter bis zur alten Bank unter dem Apfelbaum. Dort roch es nach Holz und Gras. Jaro legte sich ins hohe Kleegras, zog die Beine an und hörte dem Garten zu. Alles war da, nur leiser.

Als die Nacht tiefer wurde, kehrte Jaro zu seinem Bau zurück. Der Garten blieb ruhig zurück, als würde er schlafen.

Jaro schloss die Augen. Draußen hielt der Mond Wache, und der Garten ruhte weiter.

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