26.10.2025: Der Fuchs, der das Leuchten suchte

In einem Tal, das zwischen zwei hohen Bergen lag, lebte ein junger Fuchs namens Finni. Finni war klug, neugierig – und voller Sehnsucht. Denn jede Nacht, wenn er in den Himmel blickte, sah er die Sterne glitzern. Und jedes Mal fragte er sich: „Wie fühlt sich so ein Leuchten an?“

Eines Abends beschloss er, sich auf den Weg zu machen. „Ich werde das Leuchten finden“, sagte er. „Ich will wissen, wie es sich anfühlt, wenn man selbst so hell ist wie ein Stern.“

So wanderte Finni los. Er lief durch Wälder, über Wiesen, kletterte Hügel hinauf und sprang über kleine Bäche. Doch je weiter er ging, desto dunkler wurde die Nacht.

Er begegnete einem Glühwürmchen.
„Bist du das Leuchten?“ fragte Finni hoffnungsvoll.

Das Glühwürmchen lachte. „Ich bin nur ein kleines Licht in der Nacht. Aber ich kann dir den Weg zeigen.“

Finni folgte dem winzigen Leuchten bis zu einem stillen See. Dort traf er auf einen alten Uhu, der gerade auf der Jagd war.

„Du suchst das Leuchten?“, fragte der Uhu.

Finni nickte.

„Dann schau in den See“, sagte der Uhu.

Finni trat vorsichtig ans Ufer. Und im glatten Wasser spiegelte sich der Himmel – voll funkelnder Sterne. Doch da war noch etwas: Inmitten der Sterne spiegelte sich auch Finni selbst, mit seinen wachen Augen und dem hellen Fell.

„Du meinst… das Leuchten war in mir?“ fragte er leise.

Der Uhu nickte. „Wer freundlich ist, neugierig bleibt und den Weg sucht, der trägt das Leuchten längst in sich.“

Finni lächelte. Er legte sich ans Ufer, sah in den Sternenhimmel – und spürte plötzlich, wie ruhig sein Herz schlug. Ganz warm. Ganz leicht.

Gute Nacht.

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